In diesem Autobiografischer Roman erzähle ich von dem sexuellen Missbrauch, den ich erleiden musste durch meinen Vater. Er wollte immer meinen Penis streicheln und das tat er rund 10 Jahre lang, das belastet mich heute noch. Auch andere Facetten von sexuellem Missbrauch musste ich erleben.


Über das Buch

 

Bernd Leicht erzählt in diesem Buch wie sein Vater ihn über 10 Jahre lang sexuell missbrauchte und seinen Lebensweg prägte.

 

 Es blieb nicht nur bei dem Missbrauch durch seinen Vater, es folgte noch einer im Kinderheim, in einem Krankenhaus und in einer Arztpraxis.

 

  Er fragt sich heute immer wieder, „warum konnte ich den Missbrauch nicht verhindern?“ „Warum fühlte ich mich manches Mal nicht wie ein Opfer, sondern wie ein Täter?“

 

 Sein Vater hatte ihm alles genommen, was ihm lieb war, auch seinen Lebensmut. Deshalb wanderte er im Alter von 18 Jahren nach Kanada aus, es war auch eine Art von Flucht. Wie sollte es anders sein, sogar als er in Kanada lebte, schaffte es sein Vater ihn wieder nach Deutschland zu locken. Sein Leben wurde für ihn danach oft unerträglich, er trieb sich eine Zeit lang in Kneipen rum und trank zu viel Alkohol.

 

  Er schaffte es, trotz aller negativen Erlebnisse in der Kind- und Jugendzeit, eine Familie zu gründen und im Berufsleben erfolgreich zu sein.

 

 

Leseprobe

 

Inhaltsverzeichnis

Über das Buch

Inhaltsverzeichnis

Erinnerungen an mein soziales Umfeld

Papa liebte meinen Penis

Meine erste Krankenhaus Erfahrung

Missbrauch auch im Kinderheim

Missbrauch begleitete mich

Missbraucht im Krankenhaus

Sexbesessener Geselle

Der Autounfall

Ich floh nach Kanada

Für mich war das auch Missbrauch

Ich begann ein neues Leben

Die Aufarbeitung nach 50 Jahren

Der letzte Brief an meine Therapeutin

Über den Autor

Danksagung

 

Erinnerungen an mein soziales Umfeld

 

Es gibt viele Bücher über sexuellen Missbrauch von Mädchen, jedoch wenige über das Schicksal von Jungen, die das auch erleben mussten.

   Ich war auch noch ein kleiner Junge, als meine Seele durch meinen Vater zerstört wurde, bevor mein eigentliches Leben richtig begann.

   Erst im Alter von neun Jahren habe ich mir über das Streicheln meiner Geschlechtsorgane durch meinen Vater ausführliche Gedanken gemacht. Mir wurde plötzlich überdeutlich bewusst, dass es sich um etwas „Verbotenes“ handeln musste, und bekam Schuldgefühle. Ich war sicher, dass ich an diesen Berührungen schuldig, war, ja sogar sie wollte. Unerträglich war es für mich, ich wurde von Schuldgefühlen gepeinigt, sie gingen so weit, dass ich meine Genitalien zu hassen begann.

   Meine Mutter war gerade 18 Jahre alt geworden, als sie mich in den letzten Kriegsjahren zur Welt brachte. Wir wohnten am Rande eines kleinen Dorfes, meine eine Oma und zwei Tanten waren hier ebenfalls zu Hause. Mein Vater war noch als Soldat im Krieg, erst Wochen später, während eines Heimaturlaubs, lernte er mich kennen. Mir wurde viel später erzählt, dass er einen ziemlichen Aufstand machte und behauptete, dass ich nicht von ihm sei. Sondern von dem ehemaligen Freund meiner Mutter. Es war jedoch nicht der Fall, ich war eindeutig sein Sohn. Meine Mutter beteuerte meinem Vater immer wieder, dass sie mit ihrem ehemaligen Freund keinen Geschlechtsverkehr hatte.

   Einige Monate nach Kriegsende kam mein Vater aus einem Lazarett nach Hause. Er wollte schon nach kurzer Zeit wieder als Beamter im Polizeidienst arbeiten. Bekam jedoch keine Genehmigung von den damals zuständigen Behörden, sie verlangten von ihm einen Nachweis darüber, dass er nicht bei der „SS“ im Krieg war. Diesen Nachweis konnte er, aus mir bis heute unbekannte Gründe, nicht erbringen.

  Ohne Antwort und irgendeiner schlüssigen Erklärung, blieb auch in diesem Zusammenhang, der Überfall von mehreren polnischen Männern. Meine Mutter und wir Kinder sind mit vorgehaltener Waffe ins Schlafzimmer der Eltern gebracht worden. Wir haben geweint und schreckliche Angst gehabt.

   Unser Vater ward ebenfalls mit einer Waffe bedroht und wurde von zwei Polen ins Wohnzimmer gebracht. Wir konnten laute Stimmen in russischer Sprache hören. Irgendwann verstummten die Stimmen aus dem Wohnzimmer. Woher konnte mein Vater so gut russisch sprechen? Das musste mit seiner Tätigkeit im Krieg zusammenhängen.

  Die Männer durchsuchten noch die gesamte Wohnung nach Wertsachen, einschließlich des Eltern-Schlafzimmers. Räumten alle Schränke aus und schmissen alles, was sie nicht gebrauchen konnten, auf den Boden. Gefunden haben sie meines Wissens nur ein Silberbesteck für 24 Personen, darüber wurde noch oft gesprochen, denn meine Eltern ärgerten sich sehr über den Verlust.

  Stammte das Silberbesteck eventuell von Juden? War es ehrlich erworben? Ich weiß es nicht. Nach rund einer Stunde war der Spuk vorbei und die Männer verschwanden.

  Mein Vater hat den Überfall nicht der Polizei gemeldet. Hatte der Überfall mit der Ablehnung, dass er wieder als Beamter arbeiten wollte, zu tun? Wie sich später herausstellte, war diese Ablehnung, sein beruflicher Weg nach oben.

  Mein Elternhaus stand weit außerhalb unseres Dorfes, bis in den Dorfkern mussten wir einige Hundert Meter laufen. Wir hatten kein fließendes Wasser, nur einen Brunnen im Garten. Wenn der im Sommer, was häufiger vorkam, kein Wasser hatte, mussten wir es aus dem Dorf holen. Das Wasser wurde in Eimern und einer Zinkwanne, auf einem Handwagen transportiert. Ich musste schon als Kleinkind den Handwagen mit schieben helfen, denn der Weg zu unserem Haus ging ziemlich bergauf.

  An die Kanalisation waren wir noch nicht angeschlossen, wir hatten eine Güllegrube vor dem Haus. Deshalb war nur ein „Plumpsklo“ vorhanden, das mit ungehobelten Brettern vom Schweinestall abgetrennt war. Schön war das nicht, zu der Zeit, jedoch zumindest in ländlichen Gebieten, häufig anzutreffen.

  Elektrisches Licht hatten wir zwar, allerdings nicht in jedem Raum, schon gar nicht im Keller.

  Das zweite Haus an dem Weg ins Dorf war unsere Volksschule, in der ich auch unterrichtet wurde. Es gab dort zwei Klassenräume, einer für die erste bis vierte Klasse und der andere für die fünfte bis achte Klasse. Die beiden Lehrer waren sehr streng. Hatte einer von uns Schülern gegen ihre weit überzogenen Richtlinien verstoßen, mussten wir uns vor der ganzen Klasse unsere Hosen soweit runterziehen, dass sie die Weidenrute auf unserem nackten Po tanzen lassen konnten. Mädchen wie Jungen wurden so, oft für Nichtigkeiten, bestraft. Mir hat das wenig ausgemacht, bei mir war meistens ein guter Grund für die Bestrafung vorhanden.

  Oft musste ich für meine bevorstehende Bestrafung an dem nahen gelegenen Bach gehen und eine Weidenrute abschneiden. Dazu habe ich mir viel Zeit gelassen, keinesfalls aus Angst vor den Stockhieben, sondern um die Lehrer zu provozieren.

 Auf gute Schulnoten habe ich keinen großen Wert gelegt, ich kam, ohne viel zu lernen, in allen Fächern gut mit. Besonders lag mir das Unterrichtsfach Rechnen, das konnte ich am besten und musste oft meinen Mitschülern bei der Lösung von Aufgaben helfen. Das machte mich stolz und verschaffte mir einige Vorteile bei den Lehrern. Waren die Lehrer verhindert, wenn Rechnen auf dem Stundenplan stand, durfte ich mich vor die Tafel stellen und den Unterricht abhalten. Sogar als ich schon im fünften Schuljahr war, durfte ich in der ersten bis vierten Klasse den Mitschülern Rechnen lehren.

  Nach dem Lesen dieser Kindheitserinnerungen könnte die Leserin oder der Leser sagen: „Was hat er denn, bis jetzt ist es eine normale Kindheit gewesen.“

  Mit dieser Einschätzung meiner Kindheit liegt die Leserin oder der Leser richtig, nach außen war auch alles in Ordnung, kein Außenstehender hat etwas von meinen Qualen zu Hause mitbekommen, nicht im Geringsten geahnt. Für die Menschen in unserem Umfeld waren wir eine Musterfamilie, die harmonisch war und keine Geldsorgen hatte. Was sich hinter dieser Fassade abspielt, geht schließlich keinen etwas an. So erging es auch mir, keiner hatte das Bedürfnis, mich zu bedauern, es gab nach außen auch keinen Grund dafür.

 

Als Kind hatte ich den Eindruck, dass keiner meinen richtigen Namen kannte. Die Macht über mich hatte auch beim Namen mein Vater. Ich war der „Sohn vom Kurt“, so wurde ich von allen, auch über die Grenzen unseres kleinen Dorfs hinaus, genannt. Erst später begriff ich, weshalb ich so genannt wurde.

  Für die Leute war Kurt eine Persönlichkeit. Er war Geschäftsführer einer der größten Unternehmen in unserer Region und somit zuständig für die Einstellungen von Personal. Auch war er Vorsitzender in verschiedenen Vereinen, mischte in der Politik erheblich mit. Half Nachbarn, Freunden, Bekannten und auch Fremden beim Ausfüllen von Formularen und vieles mehr. Er gründete sogar eine Schweineversicherung, die auch außerhalb unseres Dorfes viele in Anspruch genommen haben.

  Kurt war der zweite Einwohner in unserem Dorf, der einen Telefonanschluss hatte. Ebenso war er einer der Ersten, der mit dem Auto zum Mittagessen nach Hause kam. Der Inhaber der Fabrik, wo Kurt Geschäftsführer war, besaß ein Ferienhaus an der Ostsee, dort durften wir jedes Jahr unseren Urlaub verbringen. Auch das machte Eindruck auf die Leute und trug Kurt zu seinem Selbstbewusstsein bei.

  Seine tägliche Kleidung trug ebenfalls zu seiner Popularität bei, denn er trug immer einen maßgeschneiderten dunklen Anzug. In unserem Dorf war das absolut nicht üblich, denn die meisten Leute waren Landwirte und Fabrikarbeiter.

  Vieles mehr trug dazu bei, dass ich der „Sohn von Kurt“ für die Leute war, sie haben sich nie getraut, etwas Schlechtes über mich zu sagen. Nachdem ich das begriffen hatte, nutzte ich diesen Vorteil für mich reichlich aus.

  Ebenso waren wir Kinder immer adrett gekleidet, mussten jeden Sonntag, wenn wir in die Kirche gehen mussten, ebenfalls einen dunklen Anzug mit Krawatte anziehen. Selbst unsere Schuhe wurden von einem in unserem Dorf ansässigen Schuhmacher handgefertigt. Kurt sorgte immer dafür, dass er mit seiner Familie zum wohlhabenden Kreis in unserer Umgebung gehörte. Entsprechend waren die Gäste, die er sich nach uns zu Hause einlud. Er tat das oft, als Begründung sagte er zu unserer Mutter, »schließlich bin ich jemand und die von mir eingeladenen Gäste, helfen mir dafür weiter zu kommen, man kann schließlich nie wissen, wofür das Mal gut sein wird.«

  Meine Mutter musste wegen der Gäste den ganzen Vormittag in der Küche die Gerichte zubereiten. Doch das störte ihn nicht, sie war seine Frau und hatte zu kuschen. Er hat sich auch nie, nachdem die Gäste gegangen waren, an den Aufräumarbeiten beteiligt.

  Nach außen hin war ich immer, das muss ich heute zugeben, in meiner Kindheit stolz auf meinen Vater. Verständlich, denn die meiste Zeit hatte ich Vorteile aufgrund seiner Popularität, der sexuelle Missbrauch zu Hause, war im Verhältnis dazu, jedes Mal nur eine kurze Zeit.

 

Eine befreundete Familie, die eine Tochter in meinem Alter hatte, besuchte uns auch öfter. Ihr und mein Vater haben sich im Wohnzimmer viel über Erlebnisse, die sie im Krieg hatten, unterhalten. Unsere Mütter hielten sich bei diesen Besuchen in der Küche auf, sie waren an den Erzählungen unserer Väter nicht interessiert.

  Unsere beiden Väter nahmen kein Blatt vor den Mund bei Ihren Erzählungen. Beide hatten anscheinend viele gleichartige Erlebnisse, die sie ausführlich diskutierten. So berichteten beide über die Entlausung im Genitalbereich. Sie erzählten, dass sie sich mit heruntergelassenen Hosen, einer nach dem anderen, an den mit zwei Frauen besetzten Tisch begeben mussten, um sich Einstäuben zu lassen. Das wurde von unseren Vätern alles haarklein besprochen und diskutiert. Beide erzählten unter anderem, dass einige Männer sich vorher eine Erektion verschafften und Ihren Spaß dabei hatten so vor den Frauen zu stehen.

 Ebenso berichteten beide darüber, dass es viele Frauen gegeben hat, die sich den Soldaten anboten, sie mit den Händen oder dem Mund zu befriedigen. Es waren normale Frauen, sagten sie, die aus purer Not sich im Lazarett dazu gegen eine geringe Bezahlung anboten.