Wir haben uns für die Übernachtung im Flughafen entschieden. Dort lagen mindestens 400 Pakistani, Chinesen, Chilenen, Japaner und Beduinen und was es noch für Bevölkerungsgruppen
Alles war so neu und unwirklich, sogar das Taxifahren.
Vor jedem Überholvorgang hupte der Taxifahrer, wenn er die Fahrspuren ohne Blinker und ohne in den Rückspiegel zu schauen, wechselte. Somit ist die Hupe ein wichtiges Fahrzeugteil und unverzichtbar.
Warum die Siedlung verlassen wurde, konnten wir nicht ergründen. Nahmen uns aber vor, Henry danach zu fragen, denn seine Farm war nicht allzu weit von hier, falls er das nicht weiß, würden wir den Sheriff fragen, wenn er das auch nicht weiß, dann kennt er bestimmt jemand, der es weiß.
Unser Auto haben wir an einem schönen See, geparkt, im See war eine Insel in der Mitte, auf der zwei Holzhäuser standen. Wir zogen unsere warme Kleidung und Schneeschuhe an und marschierten los, hatten uns vorgenommen, falls möglich, einmal um den gesamten See zu wandern. Erstaunt waren wir als wir näher zu der „Insel“ kamen, dass es gar keine ist, sondern nur eine Landzunge.
Der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers war fantastisch, wir konnten direkt auf den Moose River schauen. Baumstämme in riesigen Mengen schwammen darauf, sie warteten auf den Abtransport. So was hatten wir noch nicht gesehen, es war faszinierend.
Ganz langsam sind wir am Ufer wieder zurückgerudert, an einer Stelle im Wald sahen wir ein Zelt mit einer Feuerstelle. Dort musste einer schon für längere Zeit wohnen.
Geplant hatten wir unsere Wanderung, diesen See ganz zu umrunden. Schafften wir jedoch nicht, weil unsere Beine es nicht mitmachen wollten. Deshalb haben wir uns ein Ruderboot für drei Stunden gemietet und wollten damit den See weiter erkunden.
Der Händler besorgte auch die Kfz-Kennzeichen, die in Kanada jährlich ersetzt werden müssen und jedes Mal eine andere Farbe haben. Reingesetzt habe ich mich in mein Auto trotzdem, obwohl es noch nicht offiziell meines war. In Gedanken saß Casey neben mir und wir sind irgendwohin gefahren.
Manchmal habe ich Fahrzeuge in Kanada gesehen, wo der Kopf eines erschossenen Elches auf der Motorhaube befestigt war. Voller Stolz fahren diese Männer damit durch die Hauptstraße, es sollte jeder sehen, was für unwiderstehliche Helden sie sind.
Der Betriebsleiter Herr Wilson zeigte mir nach der Begrüßung mein Aufgabengebiet als Elektrotechniker in der Firma. Ich war zuständig für zwei Werkhallen, in denen mehrere Furnier-Fertigungsstraßen standen, in einer Größe, die ich bisher noch nie gesehen hatte.